Adams Music Centre - Together in Music

Kulturelles Fundament

Der Ursprung von Adams liegt in Thorn, einem ehemaligen Fürstentum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches, das von 992 bis 1797 von Fürstäbtissinnen und hochadeligen Stiftsdamen regiert wurde. In diesem kleinen, aber kulturell einflussreichen Reichsstift blühten Musik, Literatur und feines Handwerk über Jahrhunderte hinweg. Musik war selbstverständlich Teil von Erziehung, Liturgie und Alltag. Diese musikalische Tradition lebt in Thorn in der Blasmusikkultur fort und bildete das Umfeld, in dem Adams entstehen konnte.

Mit der Heirat von Harie Adams und Jeanne van Acht kamen zwei musikalische Familien zusammen, die beide in der Harmonie St. Michaël van Thorn aktiv waren. Im Hause Adams wurde täglich musiziert; alle Kinder spielten ein Instrument. André spielte Trompete in dieser Harmonie und wuchs in einem Umfeld auf, in dem Zusammenspiel und Klangkultur im Mittelpunkt standen.

André Adams, geboren am 3. März 1945, entwickelte neben seiner Musikalität ein starkes Interesse an Technik. Während seines Militärdienstes erwarb er das Fachdiplom im Instrumentenbau und legte damit den Grundstein für seine spätere Tätigkeit als Instrumentenbauer.

Wo Handwerkskunst Gestalt annahm (1965-1973)

Nach seiner Ausbildung begann André als Reparateur im Musikgeschäft seines Bruders in Weert zu arbeiten. In den Abendstunden setzte er seine Arbeit in einem Schuppen hinter dem Elternhaus in Thorn fort.

Mit Hilfe eines Darlehens wurde dieser Schuppen zu einer Werkstatt umgebaut. Neben Reparaturen entwickelte sich nach und nach ein eigener Handel mit Musikinstrumenten. In 1970 erfolgte die Eintragung bei der Handelskammer unter dem Namen Muziekcentrale Adams.

Im gleichen Zeitraum wurden die ersten Schritte zur Entwicklung eigener Pauken unternommen. Das Unternehmen wuchs stetig. 1973 wurde ein Geschäft mit Wohnhaus am Casino in Thorn eröffnet. Im selben Jahr erlitt André einen Herzinfarkt, doch die Arbeiten wurden fortgesetzt.

Über die Grenze (1974-1979)

Die Eröffnung des Geschäfts führte zu einem Anstieg der Kunden aus dem In- und Ausland. Innerhalb des Unternehmens entwickelten sich zwei Tätigkeitsbereiche: das Geschäft mit Reparaturabteilung und die eigene Produktion.

1975 wurde im Gewerbegebiet De Akker in Thorn eine Halle von etwa 500 m² gebaut, um die Produktionskapazität zu erhöhen.

1976 wurde eine Filiale in Hasselt, Belgien, eröffnet. Dieser Standort richtete sich auf den belgischen Harmonie- und Fanfarenmarkt aus. Im gleichen Zeitraum wurde für die Pauken der Markenname Big Sound eingeführt.

Ende der siebziger Jahre wurden die Handelsaktivitäten auf die Vereinigten Staaten ausgeweitet. André und seine Ehefrau Truus reisten nach New York, um gebrauchte Instrumente einzukaufen. Dieser Handel entwickelte sich zu einer internationalen Tätigkeit, bei der Instrumente in Thorn überholt und anschließend in Europa verkauft wurden.

Die Erlöse aus diesem Handel wurden in Maschinen und die weitere Entwicklung der eigenen Produktion investiert. In dieser Zeit wurden zudem Handelskontakte in Japan und anderen Teilen der Welt geknüpft.

Internationale Expansion und Professionalisierung (1980-2001)

In den achtziger und neunziger Jahren wurde die Produktion weiter ausgebaut. Die belgische Filiale zog von Hasselt nach Diest um, wo mehr Raum für Ausstellungsraum, Werkstatt und Lager zur Verfügung stand.

1987 trat Frans Swinkels in den Dienst von Adams. Er war an der weiteren Entwicklung von Mallet-Instrumenten beteiligt. In dieser Zeit wurde intensiv mit professionellen Musikern bei der Entwicklung und Verbesserung der Instrumente zusammengearbeitet.

1989 wurde neben der Fabrik im Gewerbegebiet De Akker das Adams Percussion Centre eröffnet. Hier wurden Produktion, Präsentation und Verkauf zusammengeführt.

1997 wurde im Gewerbegebiet in Ittervoort eine neue Fabrikhalle gebaut. In Thorn gab es keinen Raum mehr für eine weitere Expansion.

2001 wurde Frans Swinkels zum Direktor ernannt. Das Geschäft am Casino wurde geschlossen und die Aktivitäten wurden in das Percussion Centre bei der Fabrik verlegt. In Ittervoort wurde die Produktion weiter ausgebaut.

Eigene Blech-Abteilung (2002 - 2009)

2004 entstanden innerhalb der Reparaturabteilung die ersten Pläne zur Entwicklung eigener Blechblasinstrumente. Aus Fachkenntnis und Neugier wurde mit der Herstellung von Schallstücken und anderen Bauteilen experimentiert, zunächst um ein Gefühl für Material und Form zu entwickeln.

Zwei Jahre später, 2006, wurden alle Unternehmensaktivitäten im Industriegebiet in Ittervoort zusammengeführt. Produktion, Ausstellungsraum, Verkauf und Reparatur befanden sich unter einem Dach. Dadurch entstand ein zusammenhängendes Zentrum, in dem Entwicklung und Umsetzung direkt aufeinander abgestimmt waren.

2007 wurde das erste eigene Blechblasinstrument fertiggestellt. Die Reaktionen des Marktes waren positiv und gaben den Anstoß, die neue Produktlinie weiter auszubauen. Damit nahm Adams Brass als eigenständige Division innerhalb des Unternehmens Gestalt an.

2008 folgte die Verleihung des Limburg Export Award als Anerkennung für die wachsenden internationalen Aktivitäten.

Globaler Akteur (2010-2019)

Im folgenden Jahrzehnt festigte Adams seine Position als Hersteller von Konzertschlagwerk und baute seine internationale Präsenz weiter aus. Auch die Linie der Blechblasinstrumente entwickelte sich stetig; das Sortiment wurde erweitert und fand zunehmend seinen Weg zu Orchestern, Solisten und Bildungseinrichtungen im In- und Ausland.

2010 erhielt das Unternehmen den Koning Willem I Preis, eine bedeutende Anerkennung für Unternehmertum, Innovation und internationales Wachstum.

Die weitere Entwicklung erforderte eine Erweiterung der Einrichtungen. 2015 wurde in Ittervoort eine neue Versandhalle realisiert, wodurch die gesamte Betriebsfläche auf über 35.000 m² anwuchs und die logistische Kapazität auf die weltweite Nachfrage abgestimmt wurde.

Auch in Belgien setzte sich das Wachstum fort. Das Geschäft zog in ein neues Gebäude in Lummen um, wodurch die belgischen Aktivitäten in einem zeitgemäßen Umfeld fortgeführt wurden.

Ein unabhängiges Familienunternehmen (heute)

Heute besteht das Unternehmen aus drei Divisionen: Adams Music Centre, Adams Brass und Adams Percussion, jeweils mit eigenem Charakter und Aufgabenbereich innerhalb der Organisation.

Das Adams Music Centre umfasst die Standorte in Ittervoort und Lummen und konzentriert sich auf Verkauf, Beratung und spezialisierten Service für Blas- und Schlagzeuger. Die Kombination aus großzügigen Testmöglichkeiten, einem umfangreichen Sortiment und einem integrierten Online-Store macht das Zentrum zu einem festen Ziel für Musiker aus dem In- und Ausland.

Adams Brass produziert Blechblasinstrumente in der eigenen Werkstatt. Die konischen Teile werden aus Blechmaterial gefertigt, nach einem Verfahren, in dem Handwerk und technische Präzision zusammenkommen.

Adams Percussion entwickelt und produziert Konzertschlagwerk und ist weltweit tätig. Die intensive Einbindung professioneller Musiker in den Entwicklungsprozess bleibt dabei ein grundlegendes Prinzip.

Das Unternehmen ist ein Familienbetrieb ohne externe Investoren. Diese unabhängige Position ermöglicht es, Entscheidungen mit dem Instrument und dem Musiker als Ausgangspunkt zu treffen. Inzwischen ist auch die dritte Generation im Unternehmen tätig, wodurch die Kontinuität des Unternehmens gewährleistet bleibt.