Adams Musical Centres - Together in Music
News von Music Centre Ittervoort

Slagwerkfestival 2009

Die Uhr hat gerade zehn geschlagen, als Filippo Lattanzi und Svet Stoyanov das Adams Schlagwerkfestival mit ihren Marimba-Workshops eröffnen. Es ist der Beginn eines attraktiven, aber vor allem lehrreichen Tages. Es wird ein breites Angebot für Anfänger, Musikstudenten und Profis geboten. „Man ist nie gut genug, um nicht dazuzulernen“, erklärt Svet Stoyanov in seinem Workshop.

Sein Vortrag behandelt horizontale und vertikale Zeit, Schwerpunkte, Phrasierung und Schlägelwahl. Wie kann ich mehr aus den Noten machen, die ich übe? Im anderen Raum widmet sich der Italiener Filippo Lattanzi grundlegenderen Themen, wie wichtigen Techniken, die beherrscht werden müssen, bevor man weiter fortschreiten kann. Er leitet den Workshop Marimba für Anfänger. Nach dem Workshop nehmen sich beide Dozenten ausführlich Zeit, um auf persönliche Fragen der Teilnehmer einzugehen.

Inzwischen läuft die zweite Workshop-Runde. Besonders voll ist es bei der Orchester-Schlagwerk-Session, die von Vincent Cox geleitet wird. Der Schlagzeuger des Radio Philharmonischen Orchesters hält einen 90-minütigen spannenden Vortrag und zeigt mit Übungen, wie kleine Änderungen in der Handhaltung große Unterschiede bei der Interpretation der Musik bewirken können. Er macht deutlich, dass ein Orchesterschlagwerker oft eine unterstützende Rolle einnimmt und wie ein „Bläser“ oder „Streicher“ denken sollte. Mit zahlreichen Beispielen untermalt er seine Erklärungen.

Später am Tag ist Vincents Kollege Paul Jussen, der Solo-Paukist des Radio Philharmonischen Orchesters, mit einer Pauken-Session an der Reihe. „Im Gegensatz zum Schlagzeuger hat der Paukist eine führende Rolle im Orchester“, betont Jussen. Anhand einer Etüde von Nick Woud erklärt er seine Ansichten. Er beginnt mit dem Stimmen der Pauken, lässt die Teilnehmer Intervalle singen und betont die Wichtigkeit dieser Fähigkeit für jeden Paukisten. Während des Workshops lässt er Teilnehmer spielen und gibt Korrekturen und Tipps. Die Ergebnisse sind sofort hörbar, und wenn Paul selbst die Schlägel in die Hand nimmt, sieht man bewundernde Lächeln auf den Gesichtern im Raum.

Zwischen all den lehrreichen Momenten bleibt auch Zeit für Konzerte. Die WMC-Teilnehmer Concordia Obbicht und Soli Deo Gloria spielen beide ein umfangreiches Programm, das sie diesen Sommer zum Weltmeistertitel in Kerkrade führen soll. Beide Schlagwerkensembles zeigen, wie vielfältig das Schlagwerkrepertoire heute ist.

Die beiden Konzerte werden durch ein Mittagskonzert von Rafael Lukjanik und seinem Modern Classix Ensemble unterbrochen.

Das Schlagwerkfestival 2009 endet mit einem Konzert der Adams Percussion Group. Die Musiker wurden für die Eröffnung eines neuen Theaters in Bari, Italien, zusammengestellt. Ihr Programm ist modern geprägt, besonders Persephassa von Iannis Xenakis ist eine herausragende Komposition. Die sechs Schlagzeuger stehen in einem Kreis um das Publikum, verteilt über den Saal. Svet Stoyanov erklärt, dass es bei diesem Werk vor allem um Vorstellungskraft geht und dass die Räumlichkeit des Klangs eine zentrale Rolle spielt. Je nach Sitzplatz im Saal wird die Komposition unterschiedlich erlebt.

Mit einem gewaltigen Crescendo endet das Adams Schlagwerkfestival 2009. Bis nächstes Jahr!