Adams Music Centre - Together in Music

Eva Kingma

Es dauert eine Weile, aber dann hat man auch etwas Besonderes. Dieser Spruch trifft auch auf Eva Kingma und ihre Flöte zu. Der Doppelkontrabass, wie ihr brandneues Instrument heißt, ist nach zehn Jahren Feilen und Tüfteln endlich fertig.

"Hier steckt mein Herz und meine Seele drin", sagt Kingma, als sie stolz auf die Flöte blickt. Das zweieinhalb Meter hohe Gerät – die Gesamtlänge der Rohre ist sogar länger als fünf Meter – steht prominent im Wohnzimmer in Grolloo. "Es ist einzigartig. So groß habe ich noch nie eine gemacht."
Es war ein jahrelanger Prozess, und diesen Prozess hat sie nicht im Handumdrehen bewältigt. "Ohne meinen festen Silberschmied David Kerkhof und die Hilfe von Egbert Streuer hätte ich es nie geschafft", erzählt Kingma. "Sie haben dafür gesorgt, dass ich den Raum hatte, um dieses bizarre Ding zu bauen."

Gott segne den Griff
Manchmal muss man irgendwo anfangen und sehen, wo das Schiff strandet. "Vor etwa zehn Jahren kam mir diese Idee. Wenn man genau hinsieht, versteht man, dass dies nichts ist, was man heute denkt und morgen tut." Aber nach langem Abwägen entschließt sie sich, anzufangen.
Irgendwann muss sie Material bestellen. Sie braucht nahtlos gezogene Rohre. Ein Unternehmen in Deutschland kann ihr dabei helfen, aber sie muss mindestens 300 Kilo abnehmen. "Das werde ich nicht tun, dachte ich. Ich weiß nicht einmal, ob ich dieses Instrument zum Laufen bringen kann."
Ein Besuch bei Streuer ändert die Sache. Der ehemalige Seitenwagen-Champion gibt ihr den letzten Anstoß. "Das wirst du machen", sagte er. "Wenn du es nicht zum Laufen bringst, dann machen wir in Grolloo etwas damit. Wir werden die Rohre schon verbrauchen. Und dann entschied ich mich, es zu tun. Gott segne den Griff."

'Dankbarer Prozess'
Es war sehr spannend, sagt sie. Aber die Tatsache, dass jetzt darauf gespielt werden kann, macht die Bewohnerin von Grolloo mehr als zufrieden. Der Flötist Matthias Ziegler ist sehr begeistert von dem neuen Instrument. "Es bringt mich musikalisch gesehen an Orte, an denen ich noch nie war. Ich genieße diesen Entdeckungsprozess sehr. Das ist fantastisch."
"Es steckt viel mehr Klang drin, als ich je zu hoffen wagte", sagt Kingma. "Es ist noch nicht ganz da, aber es fängt jetzt an zu funktionieren. Ich suche weiterhin nach dem Klang, aber der Start ist so unglaublich gut. Es ist ein dankbarer Prozess."